Lageplan im Straßenentwurf: Gerade, Kreisbogen und Krümmungsband

Der Lageplan ist die Draufsicht auf die Straßenachse. Aus Linien, Bögen und Übergängen entsteht dort nicht nur eine geometrische Trasse, sondern auch die spätere Fahrbarkeit und Erkennbarkeit der Straße.

Lageplan Praxiswissen mit Checkliste Stand 03.05.2026

Worum es geht

  • Die Straßenachse wird im Lageplan aus Geraden, Kreisbögen und Übergangsbögen zusammengesetzt.
  • Geraden wirken übersichtlich, können aber bei großer Länge monoton werden und hohe Geschwindigkeiten begünstigen.
  • Kreisbögen brauchen ausreichend große Radien, damit Seitenkräfte, Sicht, Querneigung und optische Führung zusammenpassen.

Was der Lageplan zeigt

Im Lageplan wird die Straße in der Ebene dargestellt. Grundlage ist die Achse, von der Fahrbahnränder, Bankette, Gräben, Knotenpunkte, Bauwerke und Entwässerung abgeleitet werden. Wer später absteckt oder Mengen prüft, liest aus dem Lageplan Stationen, Achselemente, Radien, Übergangsbögen und Zwangspunkte.

  • Die Achse ist die rechnerische Bezugslinie für Stationierung und Geometrie.
  • Randlinien und Querschnittselemente werden seitlich aus der Achse entwickelt.
  • Knotenpunkte, Brücken, Durchlässe und Leitungen erzeugen Zwangspunkte, die den Lageplan beeinflussen.

Gerade als einfachstes Entwurfselement

Die Gerade ist geometrisch einfach, fahrdynamisch aber nicht automatisch die beste Lösung. Auf kurzen Abschnitten schafft sie Klarheit, zum Beispiel an Knotenpunkten oder Bauwerken. Auf langen Strecken kann sie jedoch zu monotonem Fahren, Blendwirkung bei Nacht und ungünstiger Einfügung in Landschaft oder Stadtbild führen.

Kreisbogen und Radiuswahl

Der Kreisbogen ermöglicht eine gleichmäßige Richtungsänderung. Entscheidend ist der Radius: Je kleiner der Radius, desto größer werden Querbeschleunigung, erforderliche Querneigung, Sichtanforderungen und optische Führung. Kleine Radien sind deshalb nicht nur eine Platzfrage, sondern immer auch eine Sicherheits- und Komfortfrage.

Bogenlänge bei Winkel in gon
L=Rαπ/200L = R \cdot \alpha \cdot \pi / 200
L = R * alpha * pi / 200

Krümmungsband als Kontrollbild

Das Krümmungsband stellt die Krümmung entlang der Achse grafisch dar. Es macht sichtbar, ob Radien harmonisch aufeinander folgen, ob Übergänge fehlen oder ob kurze Gegenkrümmungen ein unruhiges Fahrbild erzeugen. In der Entwurfsprüfung ist es ein schneller Blick auf die Qualität der Linienführung.

Zusammenspiel mit Höhenplan und Querschnitt

Der Lageplan darf nicht allein beurteilt werden. Ein gut wirkender Bogen kann im Höhenplan auf einer Kuppe liegen und dadurch Sichtprobleme erzeugen. Umgekehrt kann eine geometrisch passende Linie im Querschnitt wegen Böschungen, Entwässerung, Bauwerken oder Grunderwerb unwirtschaftlich werden.

Passende Rechner zu diesem Thema.

Checkliste

  • Achse, Stationierung, Radien und Übergangsbögen gemeinsam prüfen.
  • Geraden nicht nur nach Einfachheit, sondern nach Geschwindigkeit, Blendung und Landschaftsbezug bewerten.
  • Kleine Radien immer zusammen mit Querneigung, Sicht und Verbreiterung betrachten.
  • Knotenpunkte und Bauwerke auf möglichst gestreckte, gut erkennbare Bereiche legen.
  • Krümmungsband zur Plausibilitätskontrolle der Linienführung nutzen.

Typische Fehler

  • Lageplan isoliert vom Höhenplan beurteilen.
  • Geraden als grundsätzlich sicherer ansehen.
  • Bauwerke in schwierige Übergangsbögen legen.
  • Zwangspunkte erst nach der Achsfestlegung ernst nehmen.

Wissen wird wertvoll, wenn es im Projekt sauber dokumentiert ist.

Mit sitepit bleiben Aufmaß, Fotos, Planstände, Tagesberichte und Nachweise dort, wo Bauleitung und Büro sie später wiederfinden.

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