Worum es geht
- Das Verbreiterungsmaß hängt von Radius, Achsabständen, Fahrzeugtyp, Fahrstreifenanzahl und Begegnungsfall ab.
- Die Schleppkurve zeigt, welchen Raum das Bemessungsfahrzeug beim Kurvenfahren tatsächlich beansprucht.
- Die Verbreiterung muss nicht nur berechnet, sondern auch über eine ausreichend lange Strecke verzogen werden.
Warum Kurven breiter werden
Beim Kurvenfahren laufen Vorder- und Hinterräder nicht auf derselben Spur. Je kleiner der Radius und je länger das Fahrzeug, desto größer wird der zusätzliche Platzbedarf. Bei Lkw, Bussen, Sattelzügen, Müllfahrzeugen und landwirtschaftlichen Fahrzeugen wird das schnell entwurfsbestimmend.
Bemessungsfahrzeug und Begegnungsfall
Die Breite wird nicht nach dem größten theoretischen Fahrzeug an jeder Stelle gewählt, sondern nach Funktion, Verkehrszusammensetzung und gewünschter Verkehrsqualität. In Wohnstraßen kann ein seltenes Begegnungsereignis anders bewertet werden als an einer Hauptverkehrsstraße oder Gewerbezufahrt.
Schleppkurvenprüfung
Eine Schleppkurve ist in engen Knotenpunkten, Zufahrten, Wendeanlagen, Bushaltestellen und Baustellenumfahrungen oft aussagekräftiger als eine pauschale Breite. Sie zeigt, ob Fahrzeugüberhänge in Nebenflächen, Borde, Inseln, Masten oder Warteflächen geraten.
Rechnerisches Verbreiterungsmaß
Als überschlägige Beziehung wird das Verbreiterungsmaß aus Anzahl der Fahrstreifen, maßgebendem Fahrzeugmaß und Radius abgeleitet. Für den Entwurf ist anschließend die genaue Schleppkurven- und Regelwerksprüfung maßgebend.
i = n * D^2 / (2 * R) Verziehung der Verbreiterung
Die zusätzliche Breite wird nicht sprunghaft angeordnet, sondern über eine Verziehungsstrecke aufgebaut und wieder abgebaut. In dieser Strecke müssen Markierung, Randeinfassung, Entwässerung, Bankette und Barrierefreiheit sauber mitgeführt werden.
Passende Rechner zu diesem Thema.
Checkliste
- Bemessungsfahrzeug und Begegnungsfall für den Abschnitt festlegen.
- Engstellen mit Schleppkurve statt nur mit Regelbreite prüfen.
- Verbreiterung über ausreichende Verziehungsstrecken entwickeln.
- Borde, Inseln, Masten, Abläufe und Warteflächen in die Prüfung einbeziehen.
- Rad- und Fußverkehr durch Fahrzeugüberhänge nicht gefährden.
Typische Fehler
- Kurvenbreite nur aus Fahrstreifenbreite auf der Geraden übernehmen.
- Verbreiterung in Knotenpunkten durch Inseln oder Borde wieder wegnehmen.
- Fahrzeugüberhang über Gehwege oder Warteflächen unterschätzen.
- Verziehung ohne Entwässerungsprüfung planen.
Wissen wird wertvoll, wenn es im Projekt sauber dokumentiert ist.
Mit sitepit bleiben Aufmaß, Fotos, Planstände, Tagesberichte und Nachweise dort, wo Bauleitung und Büro sie später wiederfinden.