Worum es geht
- Auf geraden Strecken dient die Querneigung vor allem der Oberflächenentwässerung.
- In Kurven wird die Querneigung zur Kurveninnenseite geführt, um Querkräfte zu reduzieren.
- Verwindungsbereiche müssen fahrdynamisch verträglich und entwässerungstechnisch sicher sein.
Grundformen der Querneigung
Auf zweistreifigen Straßen kommen Dachprofile und einseitige Querneigungen vor. Dachprofile entwässern nach beiden Seiten, einseitige Neigungen führen Wasser auf eine Seite. Für Nebenflächen wie Gehwege, Radwege, Parkflächen und Bushaltestellen werden eigene Neigungen geplant, damit Wasser nicht in Gebäude, Haltestellen oder Querungsbereiche läuft.
Kurvenquerneigung
In Bögen wird die Fahrbahn in der Regel zur Kurveninnenseite geneigt. Dadurch wird ein Teil der Querbeschleunigung aufgenommen. Die erforderliche Querneigung hängt von Geschwindigkeit, Radius, Fahrkomfort, Entwässerung und Reibung ab.
Schrägneigung
Die tatsächliche Neigung der Fahrbahnoberfläche ergibt sich aus Längs- und Querneigung. Für Wasserabfluss, Fahrkomfort und Bauausführung ist nicht nur eine einzelne Neigung maßgebend, sondern deren Zusammenspiel.
p = sqrt(s^2 + q^2) Anrampung und Verwindung
Die Verwindung ist die Änderung der Querneigung entlang einer Strecke. Die Anrampungsneigung beschreibt, wie stark sich der Fahrbahnrand gegenüber der Achse hebt oder senkt. Sie muss so gewählt werden, dass Fahrzeuge nicht ruckartig verdreht werden und die Entwässerung nicht abreißt.
Delta s = (qe - qa) / Lv * a Lv >= (qe - qa) / max Delta s * a Abflussschwache Zonen vermeiden
Kritisch sind Bereiche, in denen Querneigung und Längsneigung gleichzeitig klein werden. Dort kann Wasser stehen bleiben, was Griffigkeit, Frostsicherheit und Dauerhaftigkeit verschlechtert. Deshalb werden Tiefpunkte, Nullquerneigungen und Ablaufstandorte früh gemeinsam geplant.
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Checkliste
- Mindestquerneigungen für Fahrbahn und Nebenflächen prüfen.
- Verwindung mit Klothoide, Achse und Höhenplan abstimmen.
- Nullquerneigungen und Tiefpunkte auf Wasserabfluss kontrollieren.
- Abläufe nicht in ungünstige Querungs- oder Verwindungsbereiche legen.
- Anrampungsneigung für Fahrkomfort und Bauausführung plausibilisieren.
Typische Fehler
- Querneigung nur fahrdynamisch und nicht entwässerungstechnisch betrachten.
- Tiefpunkt und Nullquerneigung zusammenfallen lassen.
- Verwindung zu kurz ausbilden.
- Nebenflächen entgegen der gewünschten Wasserführung neigen.
Wissen wird wertvoll, wenn es im Projekt sauber dokumentiert ist.
Mit sitepit bleiben Aufmaß, Fotos, Planstände, Tagesberichte und Nachweise dort, wo Bauleitung und Büro sie später wiederfinden.