Worum es geht
- Der Verdichtungsgrad vergleicht die erreichte Trockendichte mit der Proctordichte.
- Der statische Plattendruckversuch liefert Ev1, Ev2 und das Verhältnis Ev2/Ev1 als Tragfähigkeitsindikatoren.
- Dynamische Plattendruckversuche sind schnell und ohne Lkw-Widerlager möglich, müssen aber zum Material und Vertrag passen.
Verdichtungsgrad DPr
Der Verdichtungsgrad beschreibt, wie nah die im Feld erreichte Trockendichte an der im Proctorversuch ermittelten maximalen Trockendichte liegt. Dazu werden Feuchtmasse, Wassergehalt, Volumen und Trockendichte bestimmt. Das Verfahren eignet sich besonders, wenn Dichte und Wassergehalt repräsentativ erfassbar sind.
DPr = rho_d / rho_d,max * 100 % Volumenbestimmung im Feld
Je nach Boden und Einbausituation kommen Ausstechzylinder, Ballonverfahren, Flüssigkeitsersatzverfahren, Gipsersatzverfahren oder Schürfgruben zum Einsatz. Wichtig ist, dass die Probe nicht entmischt, Volumen und Wassergehalt korrekt bestimmt werden und der Prüfpunkt zum Prüflos passt.
Statischer Plattendruckversuch
Der statische Plattendruckversuch nach DIN 18134 belastet eine Platte stufenweise und ermittelt Verformungsmoduln. Ev2 beschreibt die Tragfähigkeit bei Wiederbelastung, das Verhältnis Ev2/Ev1 gibt Hinweise auf Verdichtungszustand und Nachverdichtungspotenzial. Das Verfahren braucht ein Widerlager, häufig einen beladenen Lkw.
Dynamischer Plattendruckversuch
Das leichte Fallgewichtsgerät liefert einen dynamischen Verformungsmodul Evdyn. Es ist schnell, mobil und auch in engen Bereichen nutzbar. Evdyn ist aber nicht automatisch Ev2. Eine Bewertung braucht Materialeignung, Erfahrungswerte, Korrelationen oder vertragliche Festlegung.
Prüflos und Bewertung
Einzelwerte müssen zum Prüflos passen. Gute Prüfstellen in trockenen, gut verdichteten Bereichen sagen wenig über Randzonen, Schächte, Leitungsgräben oder aufgeweichte Abschnitte. Prüfplan, Stationierung, Fotodokumentation und Sofortbewertung verhindern, dass mangelhafte Bereiche überbaut werden.
Passende Rechner zu diesem Thema.
Checkliste
- Prüflos vor Prüfung räumlich und zeitlich abgrenzen.
- DPr, Ev2 oder Evdyn nach Vertrag und Material auswählen.
- Prüfpunkte repräsentativ wählen und Rand-/Problemzonen gesondert betrachten.
- Wassergehalt und Witterung mit dokumentieren.
- Unzureichende Werte vor Überbauung nachverdichten, verbessern oder austauschen.
Typische Fehler
- Evdyn direkt als Ev2 interpretieren.
- Prüfpunkte nach guter Optik auswählen.
- Verdichtungsgrad ohne passenden Proctorbezug angeben.
- Tragfähigkeitsnachweis erst führen, nachdem die Schicht verdeckt ist.
Wissen wird wertvoll, wenn es im Projekt sauber dokumentiert ist.
Mit sitepit bleiben Aufmaß, Fotos, Planstände, Tagesberichte und Nachweise dort, wo Bauleitung und Büro sie später wiederfinden.