Lärmschutz an Straßen: RLS-19, lärmarme Beläge und Lärmschutzwände

Straßenlärm ist nicht nur ein Rechenwert. Er beeinflusst Gesundheit, Aufenthaltsqualität, Genehmigung, Entwurf und Akzeptanz von Straßenprojekten.

RLS-19 Praxiswissen mit Checkliste Stand 03.05.2026

Worum es geht

  • Die RLS-19 sind die aktuelle Berechnungsgrundlage für Lärmschutz an Straßen.
  • Lärm wird durch Verkehrsmenge, Schwerverkehr, Geschwindigkeit, Steigung, Oberfläche und Abstand beeinflusst.
  • Wirksamer Lärmschutz kombiniert Quelle, Ausbreitungsweg und Immissionsort.

Berechnung und Bewertung

Die RLS-19 ersetzen die ältere RLS-90 in der Lärmberechnung. Sie berücksichtigen aktualisierte Emissionsannahmen und ermöglichen Korrekturwerte für Straßendeckschichten. Für Bauprojekte ist wichtig, ob Lärm vorsorglich, im Planverfahren oder als Sanierungsthema betrachtet wird.

Einfluss der Oberfläche

Fahrbahndecken beeinflussen Reifen-Fahrbahn-Geräusche. Offenporige oder lärmarme Asphalte können wirksam sein, verlieren aber bei Verschmutzung, Alterung oder falscher Unterhaltung an Funktion. Die Belagswahl muss mit Winterdienst, Reinigung und Erhaltung zusammenpassen.

Wände, Wälle und Abstand

Lärmschutzwände und Wälle wirken über Abschirmung. Höhe, Länge, Lage, Reflexion, Absorption, Gestaltung, Gründung, Entwässerung und Unterhaltbarkeit bestimmen die Wirkung. Abstand und Linienführung sind oft die wirksamsten, aber früh zu entscheidenden Stellschrauben.

Verkehr und Betrieb

Geschwindigkeit, Schwerverkehrsanteil, Verstetigung, nächtliche Belastung und Fahrbahnzustand beeinflussen Lärm. Maßnahmen wie Tempoanordnung, Verkehrslenkung oder Lkw-Führung können bauliche Maßnahmen ergänzen, brauchen aber rechtliche und verkehrliche Prüfung.

Stadt und Landschaft

Lärmschutzbauwerke prägen Räume. Sichtbeziehungen, Verschattung, Barrierewirkung, Graffiti, Pflege, Rettungszugänge und ökologische Einbindung sollten früh berücksichtigt werden, damit Schutz nicht neue Konflikte erzeugt.

Passende Rechner zu diesem Thema.

Checkliste

  • Lärmberechnung nach aktuellem Verfahren und Projektanlass einordnen.
  • Oberfläche, Geschwindigkeit, Schwerverkehr und Steigung als Quellen prüfen.
  • Wände oder Wälle mit Entwässerung, Baugrund und Gestaltung abstimmen.
  • Lärmarme Beläge mit Reinigungs- und Erhaltungskonzept planen.
  • Betriebliche Maßnahmen rechtlich und verkehrlich prüfen.

Typische Fehler

  • Lärmarme Oberfläche ohne Dauerhaftigkeit und Reinigung bewerten.
  • Lärmschutzwand zu kurz oder mit reflektierender Wirkung planen.
  • Schwerverkehrsanteil und Nachtwerte unterschätzen.
  • Gestaltung und Unterhaltbarkeit erst nach der Berechnung betrachten.

Wissen wird wertvoll, wenn es im Projekt sauber dokumentiert ist.

Mit sitepit bleiben Aufmaß, Fotos, Planstände, Tagesberichte und Nachweise dort, wo Bauleitung und Büro sie später wiederfinden.

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