Worum es geht
- Die Längsneigung ergibt sich aus Höhendifferenz und horizontaler Länge.
- Kuppen und Wannen werden mit großen Ausrundungshalbmessern verbunden, damit Sicht und Fahrkomfort stimmen.
- Zwangspunkte wie Brücken, Anschlussstraßen, Leitungen und Entwässerung bestimmen den Höhenplan oft stärker als die Wunschlinie.
Höhenplan als Längsschnitt
Der Höhenplan zeigt die Straße entlang der Achse. Wegen der besseren Lesbarkeit wird die Höhe meist überhöht dargestellt. Neben der Gradiente enthält er Gelände, Stationen, Hoch- und Tiefpunkte, Kuppen, Wannen, Bauwerke, kreuzende Straßen, Leitungen, Wasserstände und Entwässerungspunkte.
Längsneigung berechnen
Die Längsneigung ist die Steigung oder das Gefälle der Gradiente. Sie soll betrieblich beherrschbar sein und an Knotenpunkten, in Tunneln, bei Entwässerung und im Winterdienst keine unnötigen Probleme erzeugen.
s = Delta h / Delta l * 100 Kuppe und Wanne
Treffen zwei Tangenten mit unterschiedlicher Längsneigung aufeinander, wird die Gradiente ausgerundet. Eine Kuppe liegt dort, wo die Straße nach oben ausrundet; eine Wanne dort, wo sie nach unten ausrundet. Für die Praxis sind Tangentenlänge, Stichmaß, Ausrundungsanfang und Ausrundungsende wichtig.
T = H / 2 * (s2 - s1) / 100 f = T^2 / (2 * H) y = s1 / 100 * x + x^2 / (2 * H) Hochpunkt, Tiefpunkt und Entwässerung
Hoch- und Tiefpunkte sind nicht nur geometrische Punkte. Tiefpunkte brauchen eine gesicherte Wasserableitung; Hochpunkte beeinflussen die Sicht. Liegt ein Tiefpunkt ungünstig, entstehen Pfützen, Eisflächen oder überlastete Abläufe. Deshalb wird die Gradiente immer zusammen mit Querneigung und Entwässerung geplant.
x = -s1 * H / 100 Massenausgleich und Geländenähe
Eine geländenahe Gradiente reduziert Einschnitte, Dämme, Transportwege, Lärmschutz- und Entwässerungsaufwand. Gleichzeitig kann eine zu enge Anpassung an das Gelände zu unruhigem Verlauf führen. Ziel ist eine ruhige Linie mit möglichst wirtschaftlichem Massenausgleich.
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Checkliste
- Längsneigungen mit Stationen und Höhen eindeutig dokumentieren.
- Kuppen auf Haltesichtweite und Wannen auf Entwässerung prüfen.
- Ausrundungsanfang, Ausrundungsende, Hoch- und Tiefpunkte ausweisen.
- Zwangspunkte aus Bauwerken, Leitungen, Gewässern und Anschlüssen früh übernehmen.
- Gradiente mit Massenbilanz und Querschnitten abgleichen.
Typische Fehler
- Tiefpunkte ohne leistungsfähige Ableitung planen.
- Knotenpunkte in ungünstige Kuppenbereiche legen.
- Höhenplan nur als Rechenblatt statt als Bau- und Entwässerungsplan lesen.
- Aushub und Auftrag erst nach fertiger Gradiente optimieren.
Wissen wird wertvoll, wenn es im Projekt sauber dokumentiert ist.
Mit sitepit bleiben Aufmaß, Fotos, Planstände, Tagesberichte und Nachweise dort, wo Bauleitung und Büro sie später wiederfinden.