DTV und Verkehrserhebungen: Querschnitt, Verkehrsstrom und Auswertung

Verkehrsdaten sind die Brücke zwischen Beobachtung und Entwurf. Sie entscheiden über Querschnitt, Knotenpunkt, Lärmschutz, Bauphasen, Umleitung und spätere Leistungsfähigkeit.

DTV Praxiswissen mit Checkliste Stand 03.05.2026

Worum es geht

  • DTV beschreibt den durchschnittlichen täglichen Verkehr eines Straßenquerschnitts in Kfz je 24 Stunden über den Jahresdurchschnitt.
  • Querschnittszählungen erfassen Mengen und Zusammensetzung an einem Querschnitt; Verkehrsstromerhebungen trennen Fahrbeziehungen.
  • Belastungspläne, Stromlinienpläne, Strombelastungspläne und Tagesganglinien machen Verkehrsdaten lesbar.

DTV richtig verstehen

Der DTV ist ein Jahresdurchschnittswert für einen Straßenquerschnitt und beide Richtungen. Er ist wichtig für Lärmberechnung, Abgasbetrachtung, Querschnittswahl, Knotenpunktbewertung und Oberbaufragen. Für Baustellen reicht der DTV allein oft nicht, weil Spitzenstunden, Schwerverkehr und Umleitungsphasen entscheidend sein können.

Einordnung
DTV=Kfz/24himJahresdurchschnittDTV = Kfz / 24 h im Jahresdurchschnitt
DTV = Kfz / 24 h im Jahresdurchschnitt

Zeitpunkt und Dauer von Zählungen

Verkehrserhebungen sollen typisches Verkehrsverhalten erfassen. Normale Werktage außerhalb von Ferien und Sonderereignissen sind dafür besser geeignet als Ausnahmezeiten. Für besondere Fragen, etwa Wochenendverkehr, Berufsverkehr oder Veranstaltungen, wird der Erhebungszeitraum bewusst angepasst.

Querschnittszählung

Bei der Querschnittszählung wird gezählt, wie viele Fahrzeuge einen Querschnitt in einem Zeitraum passieren. Zusätzlich kann nach Fahrzeugarten, Richtung und Zeitintervallen differenziert werden. Manuell, halbautomatisch und automatisch erhobene Daten haben jeweils eigene Stärken und Fehlerquellen.

Verkehrsstromerhebung

Bei der Verkehrsstromerhebung werden Fahrbeziehungen getrennt erfasst, zum Beispiel an Knotenpunkten. Man sieht also nicht nur, wie viel Verkehr vorhanden ist, sondern wohin er fährt. Für Knotenpunktentwurf, Signalprogramme, Kreisverkehre und Umleitungen ist diese Information oft entscheidender als eine reine Querschnittszahl.

Auswertung und Darstellung

Verkehrsdaten werden meist tabellarisch und grafisch ausgewertet. Querschnittsbelastungspläne zeigen Belastungen auf Streckenabschnitten, Stromlinienpläne zeigen Fahrbeziehungen an Knotenpunkten, Strombelastungspläne verbinden Mengen und Hauptströme, Tagesganglinien zeigen zeitliche Schwankungen.

Checkliste

  • Erhebungsziel vor der Zählung festlegen: DTV, Spitzenstunde, Fahrbeziehung oder Fahrtzweck.
  • Zähltag, Zeitraum, Wetter, Ferien, Baustellen und Sonderereignisse dokumentieren.
  • Fahrzeugarten und Schwerverkehrsanteil getrennt erfassen, wenn sie für Lärm, Oberbau oder Bauablauf relevant sind.
  • Querschnittsdaten nicht als Knotenstromdaten missverstehen.
  • Darstellung so wählen, dass Entscheidungen im Plan nachvollziehbar bleiben.

Typische Fehler

  • Alte DTV-Werte ohne Verkehrsprognose verwenden.
  • Ferien-, Umleitungs- oder Veranstaltungseffekte als Normalverkehr behandeln.
  • Querschnittszählung für Abbiegeströme überinterpretieren.
  • Schwerverkehrsanteil nicht separat betrachten.

Wissen wird wertvoll, wenn es im Projekt sauber dokumentiert ist.

Mit sitepit bleiben Aufmaß, Fotos, Planstände, Tagesberichte und Nachweise dort, wo Bauleitung und Büro sie später wiederfinden.

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