Dichte, Wichte, Porenanteil und Porenzahl im Bodenlabor

Dichte- und Wichtewerte tauchen in fast jedem geotechnischen Nachweis auf. Sie steuern Erdlasten, Erddruck, Auftrieb, Setzungen, Grundbruch und Massen. Trotzdem werden sie auf Baustellen schnell verwechselt.

Trockendichte Praxiswissen mit Checkliste Stand 03.05.2026

Worum es geht

  • Feuchtdichte, Trockendichte, gesättigte Dichte und Dichte unter Auftrieb beschreiben unterschiedliche Zustände.
  • Porenanteil und Porenzahl lassen sich aus Dichte und Korndichte ableiten.
  • Volumenbestimmung im Feld erfolgt je nach Boden über Ersatzverfahren, Schürfgruben oder radiometrische Verfahren.

Feucht, trocken, gesättigt

Die Feuchtdichte bezieht die feuchte Masse auf das Gesamtvolumen. Die Trockendichte nutzt die Trockenmasse. Bei Wassersättigung kommen Porenwasser und Auftrieb ins Spiel. Für Baugrundnachweise muss klar sein, welcher Zustand gemeint ist.

Feuchtdichte
rho=mf/Vrho = mf / V
rho = mf / V
Trockendichte
rhod=md/Vrho_d = md / V
rho_d = md / V
Auftriebsdichte
ρ=ρsatρw\rho' = \rho_\text{sat} - \rho_w
rho_prime = rho_sat - rho_w

Korndichte

Die Korndichte beschreibt die Masse der festen Bodensubstanz ohne Poren. Sie wird im Labor häufig mit Pyknometerverfahren bestimmt oder in einfachen Fällen über Erfahrungswerte angesetzt. Sie ist Hilfswert für Porenanteil, Porenzahl und Sedimentationsanalyse.

Porenanteil und Porenzahl aus Dichte

Wenn Trockendichte und Korndichte bekannt sind, lassen sich Porenkennwerte ableiten. Diese Werte helfen, Lagerungsdichte, Setzungsneigung und Verdichtungszustand einzuordnen.

Porenanteil aus Dichten
n=1rhod/rhosn = 1 - rho_d / rho_s
n = 1 - rho_d / rho_s
Porenzahl aus Dichten
e=rhos/rhod1e = rho_s / rho_d - 1
e = rho_s / rho_d - 1

Feldverfahren für Volumen

Bei der Dichtebestimmung muss neben Masse auch Volumen bestimmt werden. Das LM1 beschreibt Sandersatzverfahren, Gipsersatzverfahren, Flüssigkeitsersatzverfahren, Schürfgrubenverfahren und radiometrische Verfahren. Die Methode muss zu Korn, Schicht, Baustellengröße und Genauigkeitsziel passen.

Warum der Wert in der Bauakte zählt

Eine Verdichtungsprüfung ohne saubere Dichte- und Wassergehaltsbestimmung ist kaum prüffähig. Für spätere Nachweise sollten Prüfpunkt, Schicht, Tiefe, Verfahren, Wetter, Wassergehalt und Bezug auf Proctordichte dokumentiert werden.

Passende Rechner zu diesem Thema.

Checkliste

  • Zustand des Dichtewerts eindeutig benennen: feucht, trocken, gesättigt oder unter Auftrieb.
  • Volumenverfahren passend zu Bodenart und Größtkorn wählen.
  • Korndichte bei kritischen oder ungewöhnlichen Böden nicht blind annehmen.
  • Prüfpunkte mit Schicht, Lage, Tiefe und Einbaudatum dokumentieren.
  • Dichtewerte immer mit Wassergehalt und Verdichtungsanforderung verbinden.

Typische Fehler

  • Trockendichte und Feuchtdichte in Verdichtungsnachweisen vermischen.
  • Auftrieb unter Grundwasser nicht berücksichtigen.
  • Zu kleines Messvolumen bei grobkörnigem Material wählen.
  • Einzelwerte ohne Lagebezug in die Dokumentation legen.

Wissen wird wertvoll, wenn Baugrundentscheidungen im Projekt sauber dokumentiert sind.

Mit sitepit bleiben Gutachten, Fotos, Aufmaß, Planstände, Tagesberichte und Nachweise dort, wo Bauleitung und Büro sie später wiederfinden.

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